
Sozialstation St. Martin e.V. Bad Säckingen
Schmerzteam Hochrhein -
Ein Team hilft gegen Schmerzen
Ein Bericht aus der Badischen Zeitung:
Das Schmerzteam Hochrhein versorgt Patienten mit Schmerzpumpe
BAD SÄCKINGEN (wei). “Schmerz lass nach!” – Für Kranke nicht nur eine Redensart, wenn der Schmerz quälend Körper und Geist beherrscht. Ein wirksames Instrument der Schmerzbehandlung ist die Schmerzpumpe. Mit ihr können Menschen, die wegen ihrer Schmerzen sonst im Krankenhaus oder in Pflegeheimen behandelt werden müssten, zu Hause bleiben – vorausgesetzt, sie werden vor Ort betreut. In der Region übernimmt dies das “Schmerzteam Hochrhein”.

Zum Team gehören insgesamt 15 Pflegefachkräfte aus sieben Sozialstationen im Landkreis Waldshut und Rheinfelden, die in Zusammenarbeit mit dem Schmerztherapiezentrum in Bad Säckingen zu Schmerzassistenten ausgebildet wurden. Bereits vor fünf Jahren nahm das Zentrum mit der Sozialstation St. Martin in Bad Säckingen Kontakt auf. “Wir wollten die Versorgung von Schmerzpatienten vor Ort verbessern”, sagt Stephan Bert vom Schmerzzentrum Hochrhein. Seit knapp zwei Jahren ist das Team im Einsatz, überwiegend bei Krebspatienten mit Tumorschmerzen. Zahlenmäßig sind dies nicht viele. Manchmal sind fünf Patienten mit Schmerzpumpen zu versorgen, manchmal nur einer. Weil sie aber häufig über die gesamte Region verstreut wohnen, sind sie von den zwei bis drei Teammitgliedern der einzelnen Sozialstationen viel schneller zu erreichen und intensiver zu betreuen, als durch die Schmerztherapeuten in Bad Säckingen. “Bei vielen Patienten übernehmen wir nicht nur die Pumpenversorgung, sondern auch die Pflege”, nennt Peter Schwander, Pflegedienstleiter der Sozialstation St. Martin, einen weiteren Vorteil.
Norbert Slotta leitet das Team der Pflegefachkräfte der Sozialstationen. Er arbeitet als Krankenpfleger bei der Sozialstation in Bad Säckingen und hat sich zum algesiologischen (schmerztherapeutischen) Fachassistenten ausbilden lassen, eine Weiterbildung durch das schmerztherapeutische Kolloquium (STK), die unter anderem spezielle Kenntnisse über Schmerzentstehung, Diagnostik und Therapie vermittelt. Slotta tauscht sich regelmäßig mit seinen Teamkollegen aus, ist Ansprechpartner außerhalb des Teams und in ständiger Rufbereitschaft. Sie ist nötig, weil die Schmerzpumpe ein hochtechnisiertes Gerät ist.
“Für die Patienten ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass schnell jemand hilft, wenn es einmal Probleme gibt”, weiß Herr Slotta. Er hält einen kleinen Kasten in den Händen, der vollgepackt ist mit Computertechnik. Diesen Medikamentenspender kann der Patient wie ein Walkman mit sich herumtragen. An ihn ist ein dünner Schlauch angeschlossen, durch den das Schmerzmittel – meist sind es Opiate -in den Körper gelangt. Dieser “Port” wird vom Schmerztherapeuten je nach Therapiebedarf unter die Haut, in eine Vene oder in die Nähe des Rückenmarks gelegt. In Absprache mit dem Hausarzt stellt er die Grundzufuhr an Schmerzmitteln ein und programmiert die Schmerzpumpe entsprechend. Der Patient kann per Knopfdruck eine zusätzliche Bedarfsmenge abrufen. (die Dosis erhöhen), wenn er merkt, dass er mehr braucht. “Eine Überdosierung ist ausgeschlossen”, versichert Stephan Bert.
Zwei- bis dreimal pro Woche kommt ein Mitglied vom Schmerzteam Hochrhein zu einem Patienten mit Schmerzpumpe, um den Beutel mit dem Schmerzmittel, den Pumpenkopf oder die Portnadel zu wechseln. Natürlich gehört auch die Patientenbeobachtung und das Erkennen von Komplikationen zu den Aufgaben des Teams. Reicht die Dosis? Wie kommt der Patient damit klar? – Fragen, die während des Krankheitsverlaufs immer wieder geklärt werden müssen. Schmerzteam, Hausarzt und Schmerzzentrum stehen deshalb ständig miteinander in Kontakt. “Die Rückmeldung des Schmerzteams ist sehr wichtig”, betont Stephan Bert. Er ist sicher, in den Sozialstationen ideale Partner gefunden zu haben. “Wir sind auf geschultes Personal vor Ort angewiesen”, betont der Schmerztherapeut. “Es entlastet uns und die Hausärzte.”